Herzlich willkommen im Lions Club „Nirgendwo in Afrika“ auf meiner neuen Webseite!

Hier gibt es eine tierisch bunte Mischung aus Weisheiten, Satiren, Parodien, Nonsens-Texten etc. sowie eine umfangreiche und vielfältige Lyrik-Sammlung – darunter eine Fülle eigener Lyrik –, die laufend ergänzt wird.
Die sehr detaillierten Analysen zu Lyrik, Drama, Roman, Kurzgeschichten, Märchen, Kommunikation, Werbe-anzeigen und Sachtexten sind für Lernende und Unterrichtende ab Klasse 11 gedacht. Übungen zu Recht-schreibung & Zeichensetzung sollen beim fehlerfreien Schreiben helfen. Die leicht selbstironisch kommentierte Biografie (mit der kafkaesk-steppenwolfigen Parabel „Keine Worte finde ich für dich heut‘ Nacht“ im Anhang) offenbart mein turbulentes Leben wie meinen Alltag und wird regelmäßig aktualisiert – ebenso wie die News auf der Startseite (siehe Archiv).
Zu den zahlreichen Aktivitäten, Projekten und Spendenaktionen von JugendInterkult e.V. siehe www.jugendinterkult.de
Lasst euch von meinem umfangreichen Angebot begeistern. Es lohnt sich!
Erklärung meines polysymbolischen Wappens: Der lateinische Spruch „Quaere pacem et sectare eam“ heißt auf Deutsch „Suche den Frieden und jage ihm nach“ (Psalm 34) als Teil meiner zahllosen Lebensmotti. Das darunter aufgerichtete geflügelte Pferd (Pegasus) ist das Symbol der von mir verehrten Dichtkunst. Auf dem Schild unter dem Helm steht in der Mitte stilisiert der paradiesische Lebensbaum, der Unsterblichkeit und ewiges Leben verheißt. Links neben dem Baum befindet das Symbol für Glaube (Kreuz), Hoffnung (Anker), Liebe (Herz). 1 kor 13: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, aber die Liebe ist die größte unter ihnen“. Der aufgerichtete Löwe rechts neben dem Baum ist nicht nur das Symbol des Lions Clubs meiner Webseite, sondern er ist stolz, weiß genau, was er will, und steht dir bei, wenn du dich unsicher und verloren fühlst. Er zeigt dir den Weg, wenn du nicht weiterweißt, stärkt die Loyalität und unterstützt Beziehungen zu geliebten Menschen.
NEWS vom 01.07.2026 (siehe auch im News-Archiv)
Was machen wir im Juli? Wir schreiben gern mit Kuli!
Leah Weigand – Vergessenslücken. Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=H43AqEC6r7k
Sie erzählt in ihrem eindrucksvollen Poetry Slam auf sehr berührende Weise von Demenz, von Gedächtnislücken, unbeantworteten Fragen u. einen Lavendelstrauch, der als Duftspur in die Vergangenheit führt.
Leah Weigand – Ungepflegt. Link: https://youtube.com/shorts/Eb1Ms3Z38AI?is=3qgYxxvnBywChlFU
Sie beschreibt emotional und eindringlich Pflegenotstand, Alltag und Sorgen von Pflegefachkräften.
Christian Morgenstern: Friede (1897)
Wie weich sich Form und Farbe binden
In Sommermittags glühem Hauch: –
Das Dorf im Schatten alter Linden,
Ein rötlich Dach, ein Wölkchen Rauch;
Der Bergbach, dessen heitre Eile
Sich glitzernd durch die Wiese webt;
Der Straße laubverhüllte Zeile,
Die ahndevoll zur Ferne strebt;
Und all dies gütig eingeschlossen
Von hoher Felder Gold und Duft;
Und alles flimmernd überflossen
Von lerchenlauter Juliluft …
Ich schau des Herdrauchs fromme Kreise
Zum hohen Blau erblassend ziehn –
Und meine Seele füllen leise
Des Friedens süße Harmonien.
Paula Dehmel: Ich bin der Juli (1907)
Grüß Gott! Erlaubt mir, dass ich sitze.
Ich bin der Juli, spürt ihr die Hitze?
Kaum weiß ich, was ich noch schaffen soll,
die Ähren sind zum Bersten voll;
reif sind die Beeren, die blauen und roten,
saftig sind Rüben und Bohnen und Schoten.
So habe ich ziemlich wenig zu tun,
darf nun ein bisschen im Schatten ruhn.
Duftender Lindenbaum,
rausche den Sommertraum!
Seht ihr die Wolke? Fühlt ihr die Schwüle?
Bald bringt Gewitter Regen und Kühle.
Barbaras Rhabarberbar 1 + 2 (Bodo Wartke feat. Marti Fischer)
Link: https://www.youtube.com/watch?v=F3K3hEZJkvQ&list=RDoeHtAPgz5e8&index=2
Barbaras Rhabarberbar – THE DANCE – Link: https://www.youtube.com/shorts/Rpa4IDC17bw
Link: https://www.youtube.com/shorts/ivUtP9aLck4
Link: https://www.youtube.com/shorts/ptBwUnq-CQk
Bodo Wartke: Barbaras Rhabarberbar (Wikipedia)
Barbaras Rhabarberbar ist ein deutsch-niederländischer Zungenbrecher, der die Grundlage für ein populäres Lied bildete. Der Zungenbrecher basiert auf der Wiederholung des Lautes „bar“ u. besingt ein beliebtes saisonales Dessert. Ein Ende 2023 entstandenes deutsches Musikvideo zu dem Lied entwickelte sich zu einem Internetphänomen und erreichte bisher über 150 Mio. Aufrufe auf TikTok. Der dt. Zungenbrecher Rhabarberbarbarabarbarbarenbartbarbierbier existierte bereits vor der Entstehung des Liedes in verschiedenen Formen. Solche Konstruktionen gab es schon in der Antike. Ein vulgärlateinisches Graffito über Barbaren mit der Aufschrift „Barbara barbaribus barbabant barbara barbis“ wurde in Pompeji gefunden. In den germanischen Sprachen haben die Wörter „Barbara“, „Rhabarber“ und „Barbar“ eine gemeinsame Etymologie. Sie stammen vom altgriechischen βάρβαρος (bárbaros) ab, was Fremde bezeichnet und wörtlich „Schwätzer“ bedeutet, also aus einer Fremdsprache. „Barbier“ leitet sich vom lateinischen barba für „Bart“ ab. Der moderne Zungenbrecher nutzt die Möglichkeit der Wortbildung im Deutschen, indem mehrere einzelne Wörter ohne Leerzeichen zu einem einzigen langen Wort kombiniert werden.
Eine besonders komplizierte deutsche Version des Zungenbrechers lautet:
Nach Stutzen des Rhabarberbarbarabarbarbarenbarts ging der Rhabarberbarbarabarbarbarenbartbarbier meist mit den Rhabarberbarbarabarbarbaren in die Rhabarberbarbarabarbarbarenbartbarbierbierbar zu Rhabarberbarbarabarbarbarenbartbarbierbierbarbärbel um sie mit zur Rhabarberbarbarabar zu nehmen um etwas von Rhabarberbarbaras herrlichem Rhabarberkuchen zu essen und ein Rhabarberbarbarabarbarbarenbartbarbierbier anzustoßen.
Lieder und Videos
Der Song und das dazugehörige Musikvideo wurden im Dezember 2023 vom Komiker Bodo Wartke u. dem Musikproduzenten Marti Fischer erstellt. Wartke hatte die Idee, einen humorvollen Rap-ähnlichen Song u. ein Video basierend auf dem Zungenbrecher zu produzieren und schrieb den Text, während Fischer die Musik komponierte. Wartke macht häufig humorvolle Songs aus deutschen Zungenbrechern, die er eigenen Angaben zufolge oft auf Websites für Sprachtherapie entdeckt. Auf die Frage, ob Barbara eine reale Person sei, antwortete Wartke: „Klar! Leider habe ich sie noch nicht getroffen.“ Die New York Times berichtet, dass das Video in einigen Streaming- Musikcharts kurzzeitig vor Beyoncé platziert war.
Der Liedtext beschreibt Barbara, die in einer Kleinstadt lebt u. einen außergewöhnlichen Rhabarberkuchen backt. Sie eröffnet eine Bar, um den Kuchen zu servieren. Drei Barbaren aus der Stadt lieben den Kuchen – und das Bier – so sehr, dass sie jeden Tag in die Bar kommen. Sie legen ihr barbarisches Benehmen ab und gehen zum Barbier, der sie rasiert.
Zahlreiche Variationen des Videos wurden von anderen Nutzern erstellt. 2 junge Australierinnen namens Stephanie u. Christina drehten ein Video, in dem sie zu dem Lied tanzten; es erreichte über 70 Mio. Aufrufe. Nachdem weitere Tanzversionen entstanden waren, veröffentlichten Wartke und Fischer ihre eigene Version. Die Popularität der Videos wird u.a. darauf zurückgeführt, dass die Universal Music Group ihre Inhalte nicht mehr auf TikTok veröffentlichte, wodurch unabhängigen Nutzern die Möglichkeit gegeben wurde, eigene Videos zu erstellen. 2024 veröffentlichten Wartke u. Fischer einen 2. Teil des Liedes u. des dazugehörigen Videos. Im Stil des Originals beschreibt der Text eine bisexuelle Beziehung zwischen Barbara und einer Frau namens Bärbel, die in der Bar heiraten u. ein Kind namens Emily bekommen.
Wir alle befolgen gerne unser hochgeschätztes Grundgesetz von 1949. Daneben gibt es aber noch u.a. 6 regionale Grundgesetze, die für unseren Alltag von existenzieller Bedeutung sind und deren Missachtung zur sozialen Isolierung bei Nachbarn, Bekannten, Freundeskreisen und Verwandten führen kann.
| Das Rheinische Grundgesetz, § 1-11 | Das Bayerische Grundgesetz, § 1-11 | Das Fränkische Grundgesetz, §1-10 | |
| § 1 | Et es wie et es. Es ist, wie es ist. | Mia san mia. Wir sind wir. | Gott sei Dank, i bin a Frank! |
| § 2 | Et kütt wie et kütt. Es kommt, wie es kommt. | Schau ma moi, dann seng ma scho. Abwarten und Tee trinken. | Schau mer mal, dann seng mer’s scho. Abwarten und Tee trinken. |
| § 3 | Et hätt noch emmer jotjejange. Es ist noch immer gutgegangen. | Ma soi nix überdreim. Nichts übertreiben. | Dou a mol a weng langsam! Mach‘ mal etwas langsamer. |
| § 4 | Wat fott es, es fott. Was weg ist, ist weg. | Wenns koane Gnedl gibt, is need gessn. Kein Essen ohne Knödel. | Net gschimpft is globt gnuch. Nicht geschimpft ist genug gelobt. |
| § 5 | Et bliev nix wie et wor. Es bleibt nichts, wie es war | Ma sogt jo nix, ma redt jo bloß. Man redet nur. | Is doch mir worschd! Ist mir doch egal ! |
| § 6 | Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet. Kennen wir nicht, brauchen wir nicht, weg damit. | Oide Liab rost’ ned, aba de liabe Oide scho. Alte Liebe und die Zeit. | Basst scho! Passt schon ! |
| § 7 | Wat wullte maache? Was willst du machen? | Need g’schimpf is globt gnua. Nicht geschimpft ist Lob genug. | Des hammers scho immer so gmocht! Das haben wir schon immer so gemacht ! |
| § 8 | Maach et jot, ävver nit ze off. Mach es gut, aber nicht zu oft. | Wenn’s Arscherl brummt, is’s Herzerl gsund. Lebensfreude. | Lieber fädd und gsucht, als schlank und grang. Lieber fett und gesund, als schlank und krank. |
| § 9 | Wat soll dä Quatsch? Was soll der Unsinn? | „Mia san ned auf da Brennsuppn dahergschwomma. Nicht dumm. | Mer mou sich holt durchwurschteln. Man muss sich halt durchwursteln. |
| § 10 | Drinkste ene met? Trinkst du einen mit? | Wer rechd hod, zoid a Maß. Recht u. Maß. | Wou die Hasen Hoosn und die Hosen Huusn haaßn – dou is Franken. Klar!! |
| § 11 | Do laachste dech kapott. Da lachst du dich kaputt. | Host mi? Verstanden? |
| Das Badische Grundgesetz, § 1-11 | Das Sächsische Grundgesetz, § 1-11 | Das Norddeutsche Grundgesetz, § 1-11 | |
| § 1 | Des hemmer scho immer so g’macht! Das haben wir immer schon so gemacht. | Immermäddor Ruh’. Immer mit der Ruhe. | Wat mutt, dat mutt. Es hilft ja nix. |
| § 2 | Des hemmer noch nie so g’macht! Das haben wir noch nie so gemacht. | Guck’n und Staun’. Sehen und staunen. | Moin ist auch abends Moin. Morgen (Moin) sagt man zu jeder Tageszeit. |
| § 3 | Da könnt ja jeder komme! Da könnte ja jeder kommen. | Drängeln dudd ne. Man drängelt nicht. | Tüdelkram is Tüdelkram. Kleinkram bleibt Kleinkram. |
| § 4 | Des hammer glei! Das haben wir gleich. | Hibbeln gennmer ne. Wir sind nicht hibbelig. | Nicht lang schnacken – Kopp in Nacken. Nicht lange reden, sondern trinken. |
| § 5 | Do kenntemer jo grad nochmol davo komme! Da könnten wir ja gerade noch mal davonkommen ! | Nix is umme. Nichts ist umsonst. | Nu abba Budder bei die Fische Komm zur Sache. |
| § 6 | Des isch mir grad egal! Das ist mit total egal ! | Babbeln kann’r. Reden kann er. | Wat de Buer nich kennt, dat frett he nich. Was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht. |
| § 7 | Des hammer net g‘wusst! Das haben wir nicht gewusst. | Dämliche Fraachn gibb’s ne. Es gibt keine dummen Fragen. | De Wind kümmt jümmer van vorn. Der Wind kommt immer von vorne. |
| § 8 | Des krieg mer scho rum! Das kriegen wir schon hin. | D’r Klügere gibt na. Der Klügere gibt nach. | Es gibt kein schlechtes Wetter nur falsche Kleidung. Dat gifft keen unweeder, man bloots verkeerde kledaasch. |
| § 9 | Do simmer debai! Da sind wir dabei! | Dass’r b’scheid weeßt. Dass ihr Bescheid wisst. | Da nich für. Gern geschehen. |
| § 10 | Schorle goht immer! Eine Schorle geht immer! | Aamg’gomm’ is’s d’r Humor. Am Ende kommt es auf den Humor an. | Na denn man tau. Auf geht’s!“ |
| § 11 | Du sollst net frage, woher dr Wind weht, sondern wohin er d’Nase dreht! Nimm es locker, sei flexibel und mach das Beste aus der Situation | Nu is a ruh! Jetzt ist aber Ruhe! | Storm is eerst, wenn de Schap keen Krullen mehr hebbt. Sturm ist erst, wenn die Schafe keine Locken mehr haben. |
1. Wörter, die es nur in einer Sprache gibt und 2. Kuriose Sprichwörter aus der ganzen Welt (Ella Frances
Sanders: Auch Affen fallen mal von Bäumen und Lost in Translation, 2016, 2 Bücher):
1. Piasan zapra (malaiisch): Die Zeit, die man braucht, um eine Banane zu essen (ohne Schale).
Hiraeth (walisisch): Heimweh nach einem verlorenen/imaginären Ort (leider unstillbar).
Tima (isländisch): Weigerung, Zeit + Geld in etwas zu investieren, obwohl finanziell möglich (Geizhals).
Jayus (indonesisch): Ein totaler Flachwitz, der zum Lachen zwingt (Frau von Herkules? – Frau Kules).
2. Tu eres mi media naranja (spanisch): Du bist meine Orangenhälfte (Aber nur bei Orangenhaut).
Glida in på en räkmacka (schwedisch): Auf einem Krabbenbrot hereinrutschen (Lebensmittelgesetz?!).
Tá mé ar muin na muice (irisch): Ich bin auf dem Rücken des Schweins (Tierschutzgesetz?!).
Għajni marret bija (maltesisch): Mein Auge ist mit mir mitgegangen (Ist bei uns Standard.).
Politik-News in Kürze:
Der Irankrieg der USA entwickelt sich zum totalen Desaster (nicht nur) für Donald Trump, ebenso wie der Lincoln Memorial Reflecting-Pool in Washington. Ein stümperhafter Farbanstrich des Beckenbodens mit blauer Farbe und die Verwendung von Unmengen von Wasserstoffperoxyd zur Algenbekämpfung haben den Pool in ein sumpfgrünes, stinkendes Wasserbecken verwandelt. Trump behauptete, Giorgia Meloni habe ihn beim Gipfel angefleht, ein gemeinsames Foto mit ihm zu machen, weil ihre Beliebtheitswerte im Keller seien. Meloni wies dies als völlig frei erfunden zurück. Sie und Italien bettelten niemals. Trump solle sich lieber um seine eigenen, historischen Tiefstwerte kümmern. Für diese grandiosen Fehlleistungen ist Trump ein Nobelpreis schon mal sicher. Bei seinen Zustimmungswerte liegt er jedoch mit 34% noch weit vor Merz (15%).
Dessen Regierung macht jetzt Ernst mit Reformen aller Art, d.h. Leistungskürzungen bes. für die unteren Bevölkerungsschichten, die auch unter der geplanten Abschaffung der Minijobs leiden werden. Falls es keine wirtschaftliche Erholung gibt, wird das die AFD-Wahlaussichten im September weiter beflügeln. Die Ukraine hat durch zahllose Raketen- und Drohnenangriffe auf Öl- und Militäranlagen Russland in die Defensive gedrängt und bes. auf der Krim die Versorgung u.a. mit Nachschub und Strom nachhaltig beeinträchtigt.
Die täglich von ca. 100.000 Autos befahrene Bonner Nordbrücke bleibt wegen schwerer Brückenschäden mehrere Jahre komplett gesperrt. Überlange Staus zu den Stoßzeiten, Überlastung der Bonner Innenstadt und der Nachbarstädte, Umsatzeinbußen des Einzelhandels und der Handwerksbetriebe führen zu einem totalen Desaster für die gesamte Region, was Zusatzkosten von ca. 170 Mio. € pro Jahr verursachen dürfte.
Richard David Precht glänzte jüngst wieder mal durch prechtige Inkompetenz und Naivität bezüglich internationaler Krisenherde. Er behauptet u.a., dass Putin überhaupt kein Interesse z.B. an Deutschland, aber auch am Baltikum habe, da es dort keine für ihn interessanten Bodenschätze gebe. Putin hätte längst im Baltikum einmarschieren können, wenn er gewollt hätte. Von geostrategischen, imperialistischen Machtinteressen und Deutschland als drittstärkster Industrienation hat Precht wohl noch nie etwas gehört.
Seit 2004 gehört das Baltikum zur Nato und auch vorher hätten die USA einen russischen Einmarsch niemals zugelassen. Precht meinte, der Westen wolle gar keinen Frieden, und kritisierte die Ablehnung deutscher Vermittlungsrollen. Die Angst vor einem Angriff Russlands sei unbegründet u. Aufrüstung der falsche Weg. Er vertritt die These, dass der Westen sich durch die massive militärische Aufrüstung u. die stete Fortführung von Waffenlieferungen wirtschaftlich u. gesellschaftlich ruiniere, und plädiert stattdessen dafür, finanzielle Mittel in die Bewältigung des technologischen Wandels u. den Klimaschutz zu investieren. Für ihn steht die zeitnahe Einleitung von Friedensverhandlungen an oberster Stelle, selbst wenn dies schmerzhafte Zugeständnisse für die Ukraine bedeute. Ein bloßer Waffenstillstand reicht seiner Ansicht nach nicht aus, da er lediglich zur Neuaufrüstung beider Seiten genutzt würde. Es müsse über eine neue europäische Sicherheitsordnung verhandelt werden, die auch die Sicherheitsinteressen Russlands berücksichtigt, um langfristig Stabilität zu garantieren. (Appeasement-Politik hat schon Hitler nicht beeindruckt. Si tacuisses, philosophus mansisses: Wenn du geschwiegen hättest, wärst du ein Philosoph geblieben.). Sehr empfehlenswert das Video: Hat er das WIRKLICH gesagt? Kriegsreporter reagiert auf Richard David Precht.
Link: https://www.youtube.com/watch?v=ecG_GxYxPq4

Karikatur: Daniel Stieglitz
Ich dich nur aus Liebe hau
drum sind meine Hiebe lau.
Timmy-Nachlese:
Marc Bergdorf: Timmy, ich hoff‘ wir schaffen das! – Wie ein verirrter Buckelwal ganz
Deutschland an den Rand des Wahnsinns trieb (Juni 2026)
Ein Buckelwal strandet in der Ostsee. Innerhalb von 72 Stunden hat er mehr Social-MediaReichweite als der Bundeskanzler, mehr Retter als Sinn u. mehr Petitionen als der Petitionsausschuss verarbeiten kann. Und mittendrin: Hafenmeister Hansi, der eigentlich nur seine Krabbenfalle flicken wollte – u. nun Vorsitzender der Interministeriellen Arbeitsgruppe Timmy ist. Weil niemand sonst den Job wollte. Das ist, wie sich herausstellen sollte, ein roter Faden in seinem Leben.
Marc Bergdorf erzählt von einem Land, das sich mit maximaler Entschlossenheit und minimaler Koordination in sein größtes Missverständnis stürzt. Die Bürokratie braucht 14 Tage für eine Strandungsgenehmigung. Der Milliardär landet per Hubschrauber u. präsentiert ein iPad-Rendering für 3,2 Mio. €. Die Ex-Frau des Milliardärs baut sofort eine pinke Parallel-Rettungsmission auf. Die NGO erklärt den Wal für unrettbar – u. geht 14 Minuten später mit dem Trauerkerzen-Webshop live. Die Pressesprecherin tritt 7-mal zurück. Im Watt errichten 200 Menschen eine Menschenkette, damit 30 andere den Wal nicht einfach schieben. Niemand schiebt. Niemand rettet. Alle fühlen sich gut.
„Timmy, ich hoff‘ wir schaffen das“ ist die Gesellschaftssatire, auf die dieses Land gewartet hat: warm, böse präzise und so komisch, dass man beim Lachen kurz vergisst, dass es wirklich so sein könnte. Kein Lager kommt ungeschoren davon. Jede Figur hat einen Moment echter Menschlichkeit. Und Hansi trinkt in jeder Szene genau einen Schluck Kaffee, bevor er sagt, was alle denken. Für alle, die beim Lesen der Nachrichten manchmal nicht wissen, ob sie lachen oder weinen sollen. Jetzt können sie beides gleichzeitig.
… und wieder einige Limericks und Schüttelreime:
Trump kapituliert vor Iran
schenkt ihm alles in seinem Wahn
der darf alles behalten
kann frei schalten und walten
Nahost-Friedenschance vertan.
Trump hält sich für sehr klug
versteht sehr viel von Betrug
wohin er auch reist
verhält er sich dreist
alle haben von ihm längst genug.
Weil Trump denkt, er sei sehr schlau
sein Benehmen unter aller Sau
MAGA-Fans ihn stets wählen
er kann auf sie zählen
wann schickt man ihn in den Bau?
Trump kann Löwe von Bär unterscheiden
sein IQ sei drum höher als Biden
er prahlt ohne Ende
jeder hofft auf die Wende
denn niemand kann ihn wirklich leiden.
Trump verhunzt Reflecting-Pool
er ist jetzt ein stinkender Pfuhl
Trump droht allen mit Knast
jeder lacht sich ’nen Ast
sumpfig-grün findet keiner so cool.
Wenn ich nicht deine Beine löse
wird Benno an der Leine böse.
Wer nicht in meinem Garten kehrt
der hat ganz schlechte Karten, Gerd.
Eh‘ ich aus dem Bus fall‘
spiel ich lieber Fußball.
Canossa war ein Bußfall
Cassano spielte Fußball.
FDPler essen lieber Aale
schließlich sind sie Liberale.
Dass er selbst wegen Nüssen ficht
das kennt man so in Füssen nicht.
Er steckt den Kopf ins Kissen dann
damit man ihn nicht dissen kann.
Carola stets beim Küssen murrt
drum solltest du’s nicht müssen, Kurt.
Wenn Schmerz in deine Galle fährt
leg‘ dich gleich in die Falle, Gerd.
Du stellst dich, wenn wir ritten, tot
doch werden deine Titten rot.
Wenn ich um den Wagen kreis‘
bleibt sogar mein Kragen weiß.
Vom jahrelangen Grubenbau
wurden uns‘re Buben grau.
Siehst du diese Geister klar
verwende nie den Kleister gar.
Ich liebe dieses Mofa sehr
drum mag ich auch kein Sofa mehr.
Siehst du dieses Massenheer?
Was könnten wir jetzt hassen mehr?
Ich find‘ Anrede ändern geil
drum ich geschwind zum Gendern eil‘.
Wenn ihr die Jungs in Massen küsst
ihr nie mehr an die Kassen müsst.
Der Feldherr mit dem Heere spielt‘
da lässig er die Speere hielt.
Seht, wie er mit dem Ziegel spielt
und doch auf diesen Spiegel zielt.
Lasst niemals diese Friesen rein
da sie stets unsre Riesen frei’n.
Wer sich erfreut der lauen Fron
erhält auch nur den Frauenlohn.
Hol dir jetzt beim Schütteln Rat
sonst ist es um das Rütteln schad‘.
Seht ihr nicht den lahmen Dieb
der hat nur alle Damen lieb.
Was findest du an Düren toll?
Ich finde dort die Türen doll.
Mit den Füßen scharrten wir
uns nervte halt das Warten schier.
Wir uns im Wasserstrahle wanden
als ich hier sah 2 Wale stranden.
Wovor hast du denn Bammel, Hein?
Ich ess‘ doch nur ein Hammelbein.
Und zu guter Letzt noch die Herkunft zweier Redensarten:
Gerhard Wagner, Schwein gehabt – Redewendungen des Mittelalters, Daun 2024, S. 125
35. Kein Blatt vor den Mund nehmen (ohne Scheu sprechen)
Das Theater ist eine uralte Kunst. Im Mittelalter wurden allerdings fast ausschließlich Passionsspiele und religiöse Themen auf die Bühne gebracht. Später, vor allem in Zeiten des Absolutismus, konnte es für Schauspieler gefährlich werden, gewisse regimekritische Texte vorzutragen. Da kam es dann gelegentlich vor, dass man sich durch vor das Gesicht gehaltene Blätter unkenntlich machte, um aussprechen zu können, wofür man vielleicht zur Rechenschaft gezogen werden konnte. Auch könnte die Technik, die Stimme durch ein Blatt vor dem Mund zu dämpfen, hier Pate gestanden haben. Wenn man dieses Blatt, das auch ein Laubblatt gewesen sein kann, vom Mund wegnahm, war die Stimme deutlicher zu hören, was unangenehmen Wahrheiten mehr Gehör verschaffte.
36. Den Garaus machen (umbringen)
Das Substantiv Garaus ist aus der adverbialen Formel „gar aus“ im Sinne von „ganz und gar zu Ende“ entstanden. Das Wort „gar“ ist in unserem Küchenvokabular bekanntlich noch enthalten und meint, dass etwas „ganz durchgebraten“ oder „fertig gekocht“ ist. Ursprünglich benutzte man die Kombination „Gar aus“ in einigen Städten, um die Polizeistunde, nach der nichts mehr ausgeschenkt werden durfte, mit diesem Ruf bekanntzugeben. Nach und nach verselbständigte sich der Ausdruck zu einem zusammengezogenen Substantiv, wurde auf diese spezielle Nachtzeit gemünzt und dann auch mit dem zugehörigen Glockenläuten vom Kirchturm in Verbindung gebracht. Auf den Tod übertragen hat man noch später den Begriff möglicherweise, weil eine der Hauptaufgaben der Kirchenglocken ist, bei Totenmessen und Beerdigungen zu läuten. Heute wird der Ausdruck ausschließlich in mörderischem Zusammenhang verwendet.





